Zunehmende Beobachtungen von tödlichen Schwanzflossen-Verwicklungen

von Indopazifischen Grossen Tümmlern (Tursiops aduncus) mit weggeworfenen Fischerei-Utensilien im nördlichen Roten Meer, Ägypten

Das Verfangen in ausrangierten Fischerei-Utensilien ist für viele Meeresarten ein globales Problem, und Beifang ist weltweit die häufigste Todesursache bei Walen und Delfinen. In den Korallenriffen vor Hurghada im nördlichen ägyptischen Roten Meer leiden immer mehr Indopazifische Grosse Tümmler (Tursiops aduncus) unter erhöhter Sterblichkeit und Morbidität, nachdem dokumentiert wurde, dass sie sich mit verschiedenen Seiltypen fest um die Schwanzflosse verfangen haben. Zu den erfassten Seiltypen gehören Monofil- und geflochtene Angelschnüre sowie dicke Seile unbekannter Herkunft. Ziel dieser Studie ist es, Videos und Bilder von verfangenen Delfinen zu präsentieren, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen und interdisziplinäre Diskussionen unter den Kolleginnen und Kolleginnen anzuregen: Wurden solche Vorfälle auch in anderen Untersuchungsgebieten beobachtet, wie kann es zu Verwicklungen kommen und welche Massnahmen sind erforderlich, um diese Vorfälle zu minimieren? Durch eine einzigartige Kombination aus bootgestützten und Unterwassererhebungen wurden elf Individuen mit Verwicklungen an der Schwanzflosse beobachtet. Davon gelten drei Individuen als verstorben, und bei einem Individuum wurde berichtet, dass es frei von Seilen war. Während einer dreiwöchigen Erhebung im November 2022 wurden drei Individuen mit verwickelten Seilen dokumentiert. Bei allen beobachteten verfangenen Individuen handelte es sich entweder um Kälber oder Jungtiere. Bei Unterwasser-Fokusbeobachtungen wird häufig beobachtet, wie Delfine mit Objekten in der Wassersäule interagieren, darunter Seetang, Fische, Seile und weggeworfene Plastikabfälle.

Es ist jedoch unklar, warum sich immer mehr Tiere mit hoher Häufigkeit im Bereich der Schwanzflosse verfangen. Die durch Verwicklungen verursachten Verletzungen und Probleme sind komplex und umfassen Ertrinken, Amputation distaler Körperteile, Risse in Blutgefässen, Gewebeschäden und Infektionen. Zudem führt die durch das Verfangen eingeschränkte Bewegungsfreiheit letztendlich dazu, dass die Tiere nicht mehr in der Lage sind, nach Nahrung zu suchen oder natürliche Verhaltensweisen auszuleben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Auswirkungen Folgen für das Wohlergehen und das Überleben der einzelnen Tiere haben. Bei einer relativ kleinen Population ist unklar, ob das Verfangen Auswirkungen auf Populationsebene hat; daher sind dringend Bewertungen erforderlich, um Managementmassnahmen zu begründen. 

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Angela Ziltener ¹ ², Kirsty Medcalf ¹, Thalia de Haas ¹, Gemma Venerusco ¹ ³

¹,² Dolphin Watch Alliance, Department of Anthropology, University of Zurich, Winterthurerstrasse 190. 8057 Zürich
³ University of Bangor, School of Ocean Sciences, Marine Centre Wales, Askew Street, Menai Bridge, Wales, LL59 5AB

Korrespondierende Autorin
Angela Ziltener
a.ziltener(at)aim.uzh.ch